Bis zum Freistaat Flaschenhals

Heute war mein Ziel Lorch, oder unter Insidern "Freistaat Flaschenhals" , wie mir der Vermieter meiner kleinen sehr schönen Pension erzählte. Es gab ihn tatsächlich 4 Jahrelang, diesenFreistaat,Ursprung fand er in  der Besetzung durch Amerikaner und Franzosen nach dem 1. Weltkrieg. Deren Standorte Koblenz bzw. Mainz und ein jeweiliger Radius von 100 km bestimmten die Besatzungszonen und ließen dabei Kaub und Lorch aus (was ein wenig wie ein Flaschenhals aussah) . Die hiesigen Winzer nutzten die Chance und riefen Ihren Feistaat aus.
Das war Geschichtsunterricht live und er hat es richtig toll erzählt 👍
Aber nun zur heutigen Etappe. Gestern Abend war ich in Bingen noch am Rheinufer und habe die Entscheidung getroffen, nicht wie geplant linksrheinisch nach Lorch zu laufen sondern überzusetzen nach Rüdesheim  und rechtsrheinisch über abwechselnd Rheinsteig, Rheinburgenweg und Rheinhöhenweg zu wandern. Sicher anspruchsvoller, aber die stimmungsvollen Abendeindrücke ließen mich einfach von den Weinbergen  träumen 
Mit der Fähre rüber bin ich dann ab  Assmannshausen richtig hoch in die Weinberge auf rd. 380 m und konnte immer wieder tolle Ausblicke auf den Rhein genießen.
Es war sicher anstrengender als der Radroute linksrheinisch im Tal zu folgen und die Strcke war auch länger, aber der "Ausflug" in die Weinberge hat sich gelohnt. Bei einem Stück Rheinhöhenweg habe ich aber fast auch kehrt gemacht. Hier war nach dem Unwetter noch nichts geräumt worden und teilweise gerieten etwa 1500m zur Kletterpartie
21 km bin ich heute gelaufen und ich spüre sie. Es ist schon anders, wenn man mit dem "Ungeheuer" auf dem Rücken das Flachland verläßt und in die Berge steigt. Und ich brauche auch viel mehr Zeit. Aber die Ausblicke waren es wert. 735 km sind es jetzt seit dem 30.7. und meinem Start in Reichenau Tarmins, ich will es kaum glauben. 

Mein Hut: im Weinberg von Lorch