Der Tag begann toll, aber es sollte nicht so bleiben

Zuerst noch ein Wort zu Kalkar. Ich hatte eine kleine , direkt am Ortskern liegende Pension gebucht, so günstig, dass meine Erwartungshaltung nicht sonderlich groß war. Irrtum, ein kleines individuell  geführtes Haus, in dem jedes Zimmer anders gestaltet war und statt Nummern Städtenamen trug; ich war in Oslo untergebracht. Jedes Detail liebevoll ausgesucht, nichts kitschig, modernes schickes Bad ... eine der schönsten Unterkünfte meiner Reise. Und durch Zufall war ich genau zum Stadtfest in Kalkar, die Restaurants der Stadt boten Leckereien an, die Frage nach dem Abendessen war geklärt. Gute Stimmung, nette Leute getroffen, gute Musik 🎶 
Und dann heute morgen: nach 200 m war ich schon auf einem Weg, der schöner nicht hätte sein können. Und zu früher Morgenstund noch völlig ruhig. 
Unten am Bach stehende Linden bildeten mit oben am Weg stehenden Ebereschen eine Allee, durch deren Dach sich die Sonne einen Weg suchte, traumhaft schön. Sogar die Mini Fliegen waren bestens gelaunt und  tanzten förmlich
Na ja, das waren die ersten 4 km, aber dann: Landstraße und Asphalt, soweit das Auge reichte. Ganz kurz in Grieth durfte ich einen Blick auf den Rhein riskieren, aber dann wieder nur Landstraße ,nicht enden  wollend. Und das bis Emmerich, ohne Chance, an den Rhein zu kommen. 
So ca. 3 km vor der Rheinbrücke traf ich einen Jogger, der auf einer Bank  an einer Bushaltestelle saß ( der Bus fährt natürlich sonntags nicht). Ihn fragte ich, ob es denn keine Möglichkeit gäbe, am Rhein entlang zu laufen. Klare Antwort: NEIN 👎🏿 
Aber er (60Jahre) sei nach rd 30 km joggen so kaputt, dass er seine Frau angerufen habe, die ihn jetzt abholt. Ich könne gerne bis über die Brücke mitfahren. Ich brauchte keine Sekunde, das Angebot abzunehmen, und so blieben mir weitere 5 km Asphalt erspart. Meine Füße waren quack.
Den Rhein sah ich dann erst ab Emmerich wieder und verstehe wirklich nicht, warum man an diesem schönen Stück unbebautem Niederrhein keinen Weg geschaffen hat. Die nächsten Rheinbilder deshalb erst wieder von Emmericher  Seite. Dank der lieben Emmericher waren es dann nur 17 km, davon aber 13 km Landstraße. 
Mein Hut: auf em Poortkerl in Emmerich
Das war der letzte Wandertag in  Deutschland 🇩🇪 , ich bin gespannt, was mich erwartet. Die letzten km Rhein erwarten mich, ab Grenze Holland dann der Boven Rijn